Umbau Bahnhof Lage zum ITF-Knoten

Kernstück in einem integralen Taktfahrplan (ITF) sind die so genannten ITF-Knoten, in denen die Züge verschiedener Linien systematisch miteinander verknüpft werden. Wichtige Merkmale eines solchen Knotenbahnhofs sind die gleichzeitigen Ein- und Ausfahrten der jeweiligen Züge, die zeitgleiche Korrespondenz zwischen den Zügen und der bahnsteiggleiche Halt der Züge mit der höchsten Umsteigerzahl.

Der Bahnhof Lage verknüpft schon immer die beiden Lippischen Bahnstrecken, seine Möglichkeiten als Umsteigeknoten werden aber bisher nicht ausgeschöpft, obwohl er seit seiner Modernisierung dank moderner Bahnsteige und barrierefreier Zugänge dafür noch besser geeignet ist.

Um die gegebenen Anforderungen zu erfüllen, müssten sich zukünftig die Zugfahrten wie folgt auf die vier Bahnsteiggleise verteilen:

    • Gleis 2: RB 72 Richtung Paderborn und RB 79 Herford → Lemgo-Lüttfeld
    • Gleis 3: RB 73 Richtung Lemgo-Lüttfeld und RE 82 Richtung Detmold / Altenbeken
    • Gleis 4: RB 72 Richtung Herford und RB 79 Lemgo-Lüttfeld → Herford
    • Gleis 5: RB 73 Richtung Bielefeld und RE 82 Richtung Bielefeld

Somit werden folgende Fahrtmöglichkeiten erforderlich, die bisher nicht oder nicht gleichzeitig möglich sind:

    • Gleis 2 aus Richtung Herford und gleichzeitig Gleis 3 aus Richtung Bielefeld
    • Gleis 2 in Richtung Lemgo
    • Gleis 4 in Richtung Herford und gleichzeitig Gleis 5 in Richtung Bielefeld
Bahnhof Lage mit den Veränderungen der 1. Stufe. Einige zusätzliche Weichen ermöglichen die gleichzeitige Einfahrt aller vier denkbaren Relationen.

 

Bahnhof Lage mit den Veränderungen der 2. Stufe. Prägnant der dreigleisige Abschnitt bis zur Eichenallee (unter Nutzung des bisherigen Ausziehgleises) und der zweigleisige Abschnitt bis zur Detmolder Str. So wird bei Verspätungen von Gegenzügen ein Vorfahren der sonst zum Warten verurteilten Züge ermöglicht. Im Zuge dessen könnte auch ein möglicher Ersatz der abgebildeten Bahnübergänge durch Brücken in Betracht gezogen werden.
Diese maßstäbliche Zeichnung verdeutlicht ebenfalls, wie der zukünftige Gleisplan des Bahnhofs Lage aussehen müsste.

Für diese Ausbaustufe sind also tiefergehende Eingriffe in die Infrastruktur erforderlich. Wir schlagen vor, die erforderlichen Umbauten gleichzeitig mit der ohnehin in absehbarer Zeit bevorstehenden Umstellung auf elektronische Stellwerkstechnik durchzuführen und hierbei zugleich bestehende Gleisanlagen und gewidmete Flächen für Begegnungsabschnitte zu nutzen, um bei verspäteten Zügen Zugbegegnungen außerhalb der Bahnsteige zu ermöglichen und somit die Übertragung der Verspätung auf den Gegenzug zu verringern.

Nutzen: die aufgezeigten Umbauten ermöglichen die Nutzung des Bahnhofs Lage als ITF-Knoten und erhöhen zugleich erheblich die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur, ohne dass die Anzahl der Weichen wesentlich steigt. Zugleich wird die Durchbindung aller Hauptverkehrszeit-Verstärker Lage ↔ Lemgo-Lüttfeld von / nach Herford als neue Linie RB 79 ermöglicht; in Herford bestehen hierbei günstige Anschlüsse in alle Richtungen.

Vor dem Umbau: so läuft gegenwärtig der Verkehr der Linien RB 72 und 73.

 

Nach der 1. Umbaustufe: der veränderte Gleisplan ermöglicht ein Rendezvous der Züge aller vier Richtungen. Dabei kommen die Züge mit den größten zu erwartenden Umsteigezahlen jeweils bahnsteiggleich zum Halten, was den Umstieg noch bequemer macht.

Legende zu den Zeichnungen:
– In Schwarz sind alle Bestandselemente gehalten, die unverändert bleiben
– In Grün sind alle neu zu erstellenden Elemente gehalten
– In Rot sind alle überzähligen Elemente gehalten, die zurückgebaut werden können.

Durch die noch nicht optimale Infrastruktur kommt es zu einigen Kompromissen. So kann die RB 79 nicht in Sylbach halten, und die RB 72 hat in Horn-Bad Meinberg stets 4 Minuten Aufenthalt. Auch sind die Fahrplanreserven noch recht gering.

In der Fahrplantabelle finden Sie den mit Inbetriebnahme des Taktknotens vollständig umgestellten Fahrplan der beide lippischen Strecken: