In den letzten Monaten hat durch die absehbare Verfehlung der CO²-Ziele ein Umdenken auch im Hinblick auf den Energiemix auf der Schiene stattgefunden. Wurden in den letzten Jahren nur noch wenige Strecken elektrifiziert, und blieben teils selbst wichtige Hauptstrecken, deren Passagieraufkommen gegenüber Bielefeld – Lemgo um den Faktor 10 höher liegt, ohne Oberleitung, so ist nun ein Wandel erkennbar. Es werden Fördermittel bereitgestellt, um auch weniger stark ausgelastete Strecken zu elektrifizieren.

Auch wenn eine Elektrifizierung der Strecke Bielefeld – Lemgo keine erhebliche Verbesserung für seine Fahrgäste darstellt, halten wir es für richtig, Kosten und Nutzen einer möglichen Elektrifizierung eingehend zu analysieren, um diese Chance nicht zu vergeben.

Parallel sollte auch der Markt auf dem Schienenfahrzeugsektor aufmerksam beobachtet werden. Der laufende Vertrag mit dem Verkehrsunternehmen Keolis für die Bedienung der Linien RB 73 und RE 82 endet im Jahr 2025. Die Ausschreibung für den Folgevertrag dürfte im Jahr 2023 erfolgen. Bis dahin dürften Fahrzeuge mit alternativen Antriebstechniken serienreif sein. Denkbar wären hierbei Fahrzeuge mit Brennstoffzellen, Wasserstoffantrieb, Hybrid- oder Zweikraftantrieb. Letztere könnten beispielsweise auf den elektrifizierten Abschnitten elektrisch betrieben werden, und außerhalb dessen im Akku-Betrieb ihre Fahrt fortsetzen.